Gedankenachterbahnen – von Life Coaching und Kündigungen


Als Entdeckungstour – könnte man den aktuellen Lebensabschnitt bezeichnen. Ausstrecken meiner Fühler in viele Richtungen, neue Gedankengänge  im Sekundentakt und anstrengende Gedankenachterbahnen.

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich nun bewusst mit dem Thema Karrierewechsel. Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich?

Fragen, deren Antworten, so sollte man meinen, einfach zu finden sind. Dem ist jedoch nicht so. Je länger man darüber nachdenkt, desto mehr kreisen die Gedanken in einer Endlosschleife.

Vor ein paar Tagen hat mich meine Neugierde, zu einem Seminar mit dem Titel „Grundlagen des Coaching“ gebracht.

Ich war erstaunt, wie viele Menschen es genauso geht wie mir. Feststecken irgendwo zwischen, wo man nicht mehr sein möchte und wo man einmal hin will.

Die interessanteste Frage während dem Seminar war die Frage nach dem größten Erfolg des letzten Monats. Während ich erstaunt war, dass kaum jemand darauf eine Antwort hatte, kam mir meine wie ein Gedankenblitz.

Aber bevor ich zu meiner Antwort komme, hier kurz die Antwort einer Seminarteilnehmerin, die mir echt Angst gemacht hat: „Ich hatte keine Erfolge letzten Monat, ich war in Urlaub.“ Die Feststellung, dass manche Menschen nur im Berufsleben Erfolge verzeichnen, hat mich milde ausgedrückt schockiert.

Meine Antwort hat die anderen Seminarteilnehmerinnen wohl genauso schockiert:

„Ich habe einen Job gekündigt, den ich nicht mochte.“

So unterschiedlich nehmen Menschen die Welt wahr.

Die Konsequenzen, die sich aus der Kündigung ergeben haben, kann ich erst langsam erkennen.

Die viele freie Zeit der letzten Wochen hat mir dabei geholfen, herauszufinden, was eigentlich immer mein Problem war. Viele Jobs, viel Erfolg, gutes Gehalt und dennoch bin ich immer wieder ausgebrochen, habe gekündigt um mich mal wieder frei zu fühlen. Dann habe ich mir meist eine Auszeit genommen und bin um die Welt gereist. Zwischendurch noch ein Fernstudium nebenbei erfolgreich abgeschlossen, in der Hoffnung, dass sich dadurch etwas ändern würde.

Langsam wird mir klar, wieso. Es ist nicht die Arbeit an sich, auch nicht die Jobs, die ich gemacht habe. Es waren eben immer nur Jobs.

Meine Arbeit habe ich immer als Zeitabschnittsbeschäftigung gesehen, aber nie als das, was ich für den Rest meines Lebens machen werde.

Auf den Grund hinter dem Dilemma bin ich durch viel Kopfweh hervorrufendes Nachdenken und Recherche im Internet gestoßen. Wo ich interessanten Lebensgeschichten begegnet bin und mich in der ein oder anderen wiedererkannt habe.

Ich muss frei sein und kann nicht in einem Bürokäfig eingesperrt sein.

Der Büroalltag von 9-17 Uhr und das Gefangensein konnte ich weniger gut ertragen als andere. Ich sehe keinen Sinn darin, nur für das Wochenende zu leben und für jede Kleinigkeit meinen Arbeitgeber anbetteln zu müssen. Selbst ein Arztbesuch muss lange im Voraus geplant werden.

Ich will endlich flexibel sein und mit Dingen mein Geld verdienen, die meiner Persönlichkeit entsprechen. Gleichzeitig will ich hart arbeiten.

Ich glaube daran, dass dies möglich ist. Dass dies für jeden möglich ist.

Endlich schüttele ich alle Pessimisten ab, die mich die letzten Jahre belächelt haben und mich immer wieder in das Hamsterrad oder in den goldenen Käfig gedrängt haben. Damit ist nun Schluss.

Auf meinem Weg in die Freiheit. Auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben nehme ich euch mit.

Das hört sich jetzt wieder furchtbar spirituell an. Wenn ich aber eins nicht bin, dann ist es spirituell. Für mich existieren Fakten und greifbare Tatsachen. Mit Hokuspokus kann ich nichts anfangen.

Schon in der Schule bin ich gegen den Strom geschwommen, immer wurde ich dafür von meinen Lehrern wenig geliebt. Mein Durchsetzungsvermögen und meine Träume hatte ich in den letzten sechs Jahren aus den Augen verloren.  Aber das war wohl die Zeit, die ich gebraucht habe, um dahin zu gelangen, wo ich jetzt bin. Jetzt sehe ich mein Leben, wie es in zwei Jahren sein soll so klar wie noch nie.

Ach ja, wo gerade die Rede von Träumen ist.

Aufgrund meiner fehlenden Spiritualität habe ich einem immer wiederkehrenden Traum kaum Beachtung geschenkt. Schon seit Jahren habe ich immer wieder geträumt, ich könne fliegen.

Das Gefühl, das ich bei diesen Träumen hatte, kann ich noch ganz genau nachempfinden. Seitdem ich die Entscheidung getroffen habe, mein Leben in die eigenen Hände zu nehmen, hat der Traum mich leider verlassen. Aber jetzt fängt dieser langsam an, Sinn zu machen. Ganz ohne Traumdeuterei. Das zeigt mir mal wieder, alles zu seiner Zeit!

Kurz noch einen Absatz zum Ende des Seminars. Jeder musste dabei zwei Dinge über die anderen Teilnehmern sagen, die einen beeindruckt haben. Das Feedback zu meiner Person war durchweg, dass ich durch meine Unbekümmertheit, meinen Mut und meinen Enthusiasmus beeindruckt habe. Dass eine Kündigung von anderen Menschen mit so hohen Risiken bewertet wird, war mir vorher nicht klar.

Meiner Meinung nach ist es viel mutiger, sein Leben lang in einem Job zu bleiben, der einen unglücklich macht. Schließlich riskiert man damit seine Gesundheit. Ich habe letztendlich nur meine angebliche finanzielle Sicherheit verloren.

Ich bin überzeugt, dass jeder die Antworten mit sich herumträgt. Man muss sich nur die Zeit nehmen, hinzuhören.

So, genug erstmal, beim nächsten Mal mehr.

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