Work-Life Balance – Was ist das? Und wo kann ich die kaufen?


Auch wenn Work-Life Balance gerade in aller Munde ist, konnte ich keine zufriedenstellende Definition finden. Geschweige denn eine Lösung dafür, wie man diese Work-Life Balance denn erreichen kann. Davon abgesehen ist die Balance sehr individuell. Was für den Einen eine gute Balance ist, ist für den Anderen immer noch nicht zufriedenstellend. Jeder Mensch hat andere Ansprüche und Bedürfnisse, darum können Arbeitgeber bei der Herstellung der richtigen Balance kaum hilfreich sein.

– ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend definiert:

»Work-Life-Balance bedeutet eine neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt.

Betriebliche Work-Life-Balance-Maß- nahmen zielen darauf ab, erfolgreiche Berufsbiografien unter Rücksichtnahme auf private, soziale, kulturelle und gesundheitliche Erfordernisse zu ermöglichen.«

Meine favorisierte Definition stammt von Schmoldt:

»Wenn Menschen eine Balance zwischen dem Arbeitsleben und dem Leben außerhalb der Arbeitswelt anstreben, sei es in der Familie, in einer partner- schaftlichen Beziehung oder für politisches, soziales oder kulturelles Engage- ment, so geht es ihnen um ein sinnvolles Leben, das nicht allein durch die Ar- beit erfüllt wird.«

Wie dieses Verhältnis auszusehen hat, entscheiden bis jetzt aber immer noch die Arbeitgeber. Und darauf, dass diese das Beste für den Arbeitnehmer wollen, kann man lange warten. Man muss realistisch bleiben.

Und blicken wir den Tatsachen einmal ins Auge. Arbeitgeber sind keine Wohltäter.

Deren Aufgabe ist es, von jedem einzelnen Angestellten so viel Leistung wie möglich erwarten, zu möglichst geringen Kosten.

Ansätze wie Teilzeitarbeit, Auszeit, flexible Arbeitszeitmodelle und so weiter sind schon mal ganz gute Ansätze, werden aber das grundsätzliche Problem nicht lösen.

Manche Berufe bringen es einfach mit sich, dass man lange Stunden bei der Arbeit verbringen muss und andere Bedürfnisse auf der Strecke bleiben.Kommt der Mensch jedoch außer Balance, dann läuft er Gefahr, krank zu werden. Die steigenden Prozentzahlen bei psychischen Erkrankungen sprechen für sich.

Der Wettlauf, wer als reichste Person im Grab ankommt, scheint nicht mehr genug zu sein.

Eine inspirierende und humorvolle Rede zu dem Thema gibt es unter http://www.ted.com von Nigel Marsh: How to make work-life balance work“

Seine interessanten Feststellungen:

Um in den richtigen Gemütszustand zu kommen, solltet Ihr Euch erstmal Euer trauriges, aus dem Gleichgewicht geratenes Leben vor Augen führen.

1. Viele Menschen reden viel Blödsinn zum Thema Work-Life Balance und all die tollen Erfindungen wie „dress down Fridays“ und „After Work Drinks“ beseitigen das Problem nicht, sondern maskieren es. Und sorgen zusätzlich dafür, dass man noch mehr Zeit, bei der Arbeit oder mit den Kollegen verbringt.

Realität:

„Tausende Menschen führen ein verzweifeltes Leben, in dem sie viel zu lange und viel zu hart arbeiten, in Jobs, die sie hassen, um sich Dinge kaufen zu können, die sie benötigen, um Menschen zu beeindrucken, die Sie nicht mögen.“

2. Regierungen und Unternehmen werden diese Probleme nicht für uns lösen. Wenn wir unser Leben nicht selber entwerfen, dann werden die es für uns tun. Und die Chancen stehen gut, dass Euch dieses Leben nicht gefallen wird. (sonst würdet Ihr diesen Artikel nicht lesen)

Legt die Qualität Eures Lebens niemals in die Hände eines Unternehmens.

„Abattoirs Of The Human Soul“, nennt Nigel Marsh die Unternehmen. (Schlachthöfe der menschlichen Seele)

3. Wir sollten realistisch bleiben bei unserer Vorstellung von der perfekten Balance. Alles auf einmal und an einem Tag geht nicht.

4. Die Herangehensweise sollte ebenfalls in gewisser Balance vor sich gehen. Sich im Fitnessstudio anzumelden, macht eine „Büroratte“ nicht unbedingt ausbalancierter, sondern macht die „Büroratte“ lediglich etwas sportlicher. (Falls diese wider Erwartens auch ins Studio geht und sich nicht nur anmeldet)

Es gibt so viele weitere Aspekte, die zu einem ausbalancierten Leben dazugehören:

– intellektuelle Seite

– emotionale Seite

– professionelle Seite

– spirituelle Seite

Jeder ist selber dafür verantwortlich, diese Balance für sich selbst zu definieren und zu finden.

Ihr solltet auf keinen Fall darauf vertrauen, dass sich jemand anderes für Eure Balance einsetzt.

Wie sagt Steve Jobs so schön, wenn Ihr morgens in den Spiegel schaut und Euch fragt: Wenn dies mein letzter Tag wäre, würde ich ihn damit verbringen wollen, was für heute geplant ist?“ Es ist klar, dass die Antwort darauf nicht immer JA lauten kann. Beantwortet Ihr die Frage allerdings regelmässig mit nein, dann wisst Ihr, es ist Zeit etwas zu ändern.

Ich würde mich freuen, etwas über Eure Gedanken zu dem Thema zu hören.

Führt Ihr ein ausbalanciertes Leben? Ich bin für jeden Tip dankbar.

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