Back-up-Pläne? Lieber nicht!


O. k., es macht Angst, einen gut bezahlten Job hinter sich zu lassen und seinen Kontostand Monat für Monat schrumpfen zu sehen.

Es gibt sicher Menschen, die einem sicheren Job nachgehen können, den sie, nebenbei gesagt, hassen und gleichzeitig darüber nachdenken können, was sie in ihrem Leben eigentlich erreichen wollen.

Bis jetzt hatte ich immer einen Back-up-Plan, heute zum ersten Mal nicht. Und es geht mir gut damit. Endlich höre ich auf, Jobanzeigen von Jobs zu durchforsten, die mich sowieso nur unglücklich machen würden.

Ich lehne Vorstellungsgespräche direkt ab und diskutiere schon gar nicht mehr mit Headhuntern. Zum ersten Mal bin ich komplett darauf fokussiert, was ich will.

Das erleichtert einiges, macht aber gleichzeitig Angst.

Die Miete muss bezahlt werden, der Kühlschrank füllt sich auch nicht von alleine. Also rechnet man die ganze Zeit, wie lange das Geld noch ausreichen wird. Ich bewundere Menschen, die einem Job nachgehen können, den sie hassen und trotzdem an Ihren Zielen arbeiten können.

Wenn dies für Euch funktioniert, würde ich gerne von Euch hören.

Mich hat es bis jetzt immer in eine Sackgasse geführt.

Dann irgendwann nach ein bis zwei Jahren fühlte ich mich in eine Ecke gedrängt, sodass ich mich immer wieder mit einem großen Knall freikämpfen musste.

Für mich ist es bereits ein Vollzeitjob danach zu suchen, was mich erfüllen würde.

Einen Plan B nebenher zu unterhalten würde mich schlichtweg überfordern.

Back-up-Pläne haben mich immer dazu verleitet, mich mit einem Mittelmaß abzugeben und mich mit einer Situation zu arrangieren, die ganz und gar nicht meinen Vorstellungen entsprach.

In jedem noch so traurigen Job kann man etwas Positives finden und sich einreden, dass man damit glücklich ist. In meinem letzten Job war es die Tatsache, dass man mich mehr oder weniger in Ruhe ließ und ich in Jeans arbeiten durfte. Wie traurig ist das bitte? Dies sind die zwei Punkte, die mir an meinem letzten Job am besten gefallen haben.Der gute Verdienst und die vielen Boni haben mich nicht mal wirklich interessiert.

Einen Plan B zu haben kostet verdammt viel Energie und man kann seine Energie nicht in seine wirkliche Leidenschaft stecken. Also einerseits ein Ziel zu verfolgen und anderseits über einen Plan B nachzudenken, funktioniert für mich nicht.

Das führt nur dazu, dass ich sobald es schwierig wird, auf Plan B ausweiche und meine Ziele wieder aus den Augen verliere. Mein Lebenslauf spricht für sich.

In der Vergangenheit bin ich immer davon ausgegangen, dass ein Back-up-Plan einem ein Gefühl von Sicherheit gibt. Das ist aber meiner Erfahrung nach falsch.

Ein Back-up-Plan schwebt wie ein Damoklesschwert über einem. Den Plan B zu gehen, wäre eine Niederlage und ein Zugeständnis, das ich nicht mehr bereit bin, zu machen. Bei den Back-up-Plänen handelt es sich sowieso meist um Jobs, die einfach zu haben sind und die jeder machen kann. Ein sicheres, schnelles Einkommen. Also wieder zurück in die verrückte Welt, wo jeder Arbeiter leicht ersetzbar ist und die Besonderheit jedes Einzelnen nie durchscheint. Weil wenn man zu besonders wird, dann bekommen die Vorgesetzten schnell Angst und man wird in seine Schranken gewiesen. Bloß nicht zu gut sein.

Deshalb taugen Back-up-Pläne für mich ab heute nichts mehr.

Auch wenn der Gedanke in den letzten Jahren immer beruhigend war. Zum ersten Mal weiß ich, dass ich nicht mehr zurückgehen kann. Ich weiß nun ganz genau, wie mein Lebensstil aussehen soll und ein vollgepacktes Büro und eine stundenlange Anfahrt zum Büro haben darin keinen Platz.

Was denkt Ihr über Back-up-Pläne und habt Ihr welche?

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2 Gedanken zu „Back-up-Pläne? Lieber nicht!

  1. Hallo Freilaufmensch! Danke für diesen Artikel. Mit den Back-up-Plänen ist das so eine Sache. Oft kann man es sich finanziell nicht leisten, keinen zu haben. Wenn Du hierzu Tipps hast, wäre ich Dir dankbar. Ich stecke nämlich in einer Sackgasse und komme nicht heraus.

  2. Hallo Michael.
    Klar, da hast Du sicherlich Recht. Bevor man sich in seine Leidenschaft stürzt, muss ein wenig finanzielle Planung erfolgen. Halte es so lange wie möglich in deinem Job aus und spare soviel wie möglich. Wenn Du Tipps dazu brauchst, wie Du genug Geld sparen kannst, melde dich noch mal. Ich habe damit einige Erfahrung. Darum kann ich mir auch den Luxus einer Auszeit gönnen. Wenn man eine Familie zu ernähren hat, sieht das Ganze natürlich auch wieder anders aus. Dennoch glaube ich, es gibt immer einen Weg und das Leben ist zu kostbar , um immer mit Kompromissen zu leben. Und selbst wenn Du in deinem ungeliebten Job eine Weile bleiben musst, versuche Dir, Deine Zeit so einzuteilen, dass Du genug Stunden hast, um an Deinem eigentlichen Ziel zu arbeiten.
    Ich hoffe, das hilft ein wenig.

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