Karriere-Käfig, Karrierekäfig oder Hamsterrad- was auch immer


Wow, soeben habe ich nach dem Wort „Karriere-Käfig“ gegoogelt und war erstaunt. Mein Blog kommt an erster Stelle.

Gibt es das Wort etwa nicht? Habe ich soeben ein Wort kreiert oder gibt es eine offizielle Bezeichnung für den Zustand, von dem ich die ganze Zeit rede? Hamsterrad wäre auch passend.

Wisst Ihr, was ich mit dem Wort meine?

Jeder, der ähnlich empfindet, kann sich direkt etwas unter dem Wort vorstellen. Andere, die sich wohl in ihrem Käfig fühlen, werden nur den Kopf schütteln. „Karrierekäfig“ kam mir so selbstverständlich in den Kopf, dass ich dachte, es sei ein allseits bekannter Begriff. Offensichtlich nicht. Ich lebe wohl schon zu lange im Ausland.

Mit Karriere-Käfig bringe ich alles in Verbindung, was mit Durchschnittlichkeit zu tun hat. Die Entscheidung, ein durchschnittliches Leben zu führen. Nein, versteht mich nicht falsch, ich habe mir nicht vorgenommen, berühmt zu werden und verurteile die durchschnittliche Lebensweise nicht. Ich bewundere Menschen, die zufrieden sind.

Ich glaube einfach nicht, dass das Leben dazu da ist, wozu man es nutzt, wenn man sich für den Durchschnitt entscheidet.

Das Durchschnittsleben schlechthin:

Schulabschluss – tick – abgehakt

Studium- tick- abgehakt

Arbeiten bis zum Umfallen – tick – abgehakt

Einen lebenslangen Kredit aufnehmen – tick- abgehakt

Ein eigenes Haus kaufen – tick – abgehakt

Ein dickes Auto fahren – tick- abgehakt

Heiraten- tick- abgehakt

Die heile Familie spielen – tick – abgehakt

Lückenloser Lebenslauf – tick – abgehakt

Einmal im Jahr einen All-Inklusive Urlaub buchen – tick – abgehakt

UND DANN?

Wenn man dann, nachdem man alles, was von einem erwartet wird, abgehakt hat, immer noch unzufrieden ist, dann weiß man, was ein Karrierekäfig ist. Dann stellt man fest, dass man die ganze Zeit über nur gemacht hat, was von einem erwartet wurde. Ob bewusst oder unbewusst. Von klein an werden wir in Richtungen gelenkt, Erwartungen werden eingetrichtert, auch ganz unbeabsichtigt. Das ist ganz normal und nicht zu vermeiden. Eltern meinen es immer irgendwie gut. Aber meist verfolgen sie Ziele, die sie für gut halten, und nicht die Träume der Kinder. So geht der ein oder andere Traum über die Jahre verloren. Beginnt man dann irgendwann wieder, danach zu suchen, wird es schwierig. Oft stellen finanzielle Verpflichtungen ein Hindernis dar. Ständig findet man Ausreden, warum man sich mit dem Leben arrangieren sollte. Für manche Menschen ist dieser Zustand schwerer zu ertragen als für andere.

Viele meiner ehemaligen Kollegen haben sich damit abgefunden und erwarten nicht mehr vom Leben. Denen reichen die 20 Tage Urlaub im Jahr, ein unerfülltes Privatleben und ein wöchentliches Saufgelage. Es gibt immerhin Seifenopern, mit denen man sein Leben ein wenig aufregender gestalten kann.

Was einen wirklich interessiert kann man ja bis zur Rente an den Nagel hängen oder man lebt mit dem ewigen Traum, dass man irgendwann im Lotto gewinnen wird. Manche Menschen, und es werden immer mehr, realisieren jedoch, dass das Leben jetzt stattfindet, und nehmen sich vor, endlich in die richtige Richtung zu laufen. Auch wenn der Käfig noch so schwierig zu öffnen ist, es gibt immer einen Ausweg. Zu meinem Ausweg demnächst mehr.

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