Freilaufmenschen? Wie bitte, was?


Lange habe ich überlegt, wieso ich meine Seite ausgerechnet Freilaufmenschen genannt habe. Der Ausdruck soll wohl den Gegensatz zur Käfighaltung deutlich machen. Aber auch Freilandhaltung ist nicht frei. Aber ich gehe davon aus, dass Ihr diese Metapher versteht und ich Euch nicht erklären muss, dass ein Gehege ebenfalls zu klein für mich ist.

Während diese Bewegung hin zu neuen Arbeitsformen in anderen Ländern bereits im Vormarsch ist, findet man auf deutschen Webseiten erschreckend wenig zu dem Thema. Klar, es gibt Blogs und Internetseiten zum Thema Karrierewechsel und Quereinstieg aber davon rede ich hier nicht. Ich habe eine ganz konkrete Vorstellung, wie der Karrierewechsel vor sich gehen sollte.

Auf keinen Fall sollte man seinen aktuellen Job aufgeben, solange man nicht weiß, in welche Richtung die Veränderung gehen soll. Ich habe dies zwar getan, aber nur, weil es anders für mich nicht tragbar war und ich keine Probleme damit habe, Risiken einzugehen. Ich fühle mich wohl damit und bin nicht von Existenzängsten geplagt.

Freilaufmenschen wollen mehr vom Leben. Sie können nicht eingeengt sein in den von großen Firmen kreierten Käfigen. Flexible Arbeitszeiten, Gap Years, interne Fitnesscenter, Massagen am Arbeitsplatz, Feierabenddrinks, alles schön und gut. Aber auch das reicht Freilaufmenschen nicht und sowieso wollen diese Ihr Leben nicht eingeengt in einem Unternehmen verbringen.

Wenn folgende Punkte auf Euch zutreffen, dann würde ich gerne von Euch hören:

1. Du weißt, was Du im Leben gerne machen würdest und stürzt Dich einfach rein. Du beginnst mit kleinen Projekten.

2. Du willst endlich aus dem Käfig ausbrechen oder aus dem Hamsterrad. Wie auch immer Du es nennen magst. Richtungswechsel ist angesagt und Du willst es jetzt!

3. Du willst Dir Deine Zeit selber einteilen, arbeiten wann und wo Du willst und Dinge machen, die Du liebst.

Auch sollte man dieses Ziel nicht mit schlecht verdienenden Freelancern gleichsetzen, auch das ist hier nicht das Thema. Finanzielle Kompromisse kommen nicht infrage. Einen Job schaffen, der seinen Stärken entspricht und der perfekt zu Eurem Lebensstil passt.

Für mich bedeutet dies: Mein Business muss ich überall mit hinnehmen können, die Investitionen sollten nahezu gegen Null gehen und ein Laptop, ein Handy und eine Internetverbindung sollten dazu genügen. Ich habe bereits eine wage Idee, die demnächst in ein Spielprojekt umgesetzt wird. Probieren geht über studieren!

Mittel gegen Zweifel


Letzte Woche hatte ich mal wieder so einen Tag, einen Tag voller Zweifel. Ist es richtig, was ich tue. Schließlich könnte ich in der Zeit, in der ich nach meiner Karriere suche, arbeiten und Geld verdienen. Es wäre zu einfach in meinen gut bezahlten Verkaufsjob zurückzugehen.
Diese Phasen sind normal. Und in den letzten Jahren bin ich immer wieder den einfachen Weg gegangen und zurück geflüchtet in das sichere Angestelltenverhältnis. Kann auch sein, dass ich dies über kurz oder lang wieder machen muss, irgendwie muss man ja seinen Lebensunterhalt verdienen.
Aber wenn es so weit kommt, dann sicher mit einer anderen Einstellung dieses Mal und immer mit dem Hintergedanken, meine eigene Karriere, rund um meine Interessen und Stärken aufzubauen.
Für Zeiten der Zweifel habe ich einen einfachen Trick.

Ich setze mich inmitten der Rush Hour in die U-Bahn. Das bewirkt Wunder. Sitzen ist zuviel gesagt. Während der Rush Hour steht man, eng aneinandergedrängt mit schwitzenden, übel riechenden Menschen. Bei jedem Stopp geht ein Ruck durch die Menge, und wenn ich den Gedanken zulasse, dass eine Massenpanik mich umbringen könnte, wird mir ganz schlecht. Also stand ich da zwischen all den gut gekleideten, übel riechenden Anzugträgern, die auf dem Weg zur Arbeit eilten, und dachte mir „NIE WIEDER!“

Nur kurz am Rande, würde es sich bei dem Abtransport um Kühe oder Schweine handeln, dann wären die Tierschützer bereits am Demonstrieren. Absolut unmenschlich!

Ich weiß nicht, wie viele von euch einmal die Gelegenheit hatten, in London während der Rush Hour U-Bahn zu fahren, ich empfehle es als Therapie gegen Zweifel. Alle meine Zweifel waren wie weggepustet.

Noch nie habe ich mich so bestätigt gefühlt, dass mein Weg der Richtige ist und dass ich früher oder später frei sein werde. Arbeiten, wann, wo und was ich möchte. Bis dahin ist es noch ein Weg, aber alles ist möglich. Gestern habe ich jemanden getroffen, der seinen Fotografie-Business innerhalb eines Monats aufgebaut hat, obwohl er nicht mal ein ausgebildeter Fotograf ist! Das zeigt mir, alles ist möglich.

Also, wenn euch Zweifel kommen, stürzt euch in etwas, das Ihr besonders an eurer jetzigen Karriere hasst.
Was bei mir auch wunderbar funktioniert ist um die Mittagsstunden in der Gegend Bank (London) spazieren zu gehen. Die reichen anzutragenden Banker, die schnell aus dem Büro rennen um ein ungesundes Sandwich und eine Zigarette zu verschlingen können einem so leidtun. Da ist man direkt froh, nicht so reich zu sein, dafür aber etwas freier zu sein. Zumindest kann ich mein Mittagessen selber zubereiten und leben werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit auch länger.

Dieses Bild hängt nun in meinem Zimmer, sodass ich es jeden Tag sehen muss:

Das beste Rezept gegen ZweifelDemnächst hänge ich noch ein weiteres Bild dazu, ein Bild, das mir die Zukunft weist. Aber dazu demnächst mehr.

Schritt für Schritt ans Ziel


„Life is NOT a journey to the grave with the goal of arriving safely in a prettily preserved body, but rather to skid in sideways in a shower of gravel and party shards, thoroughly used, utterly exhausted, and loudly proclaiming: „Fuck me, that was BRILLIANT! “ (Jessica Mcgregor Johnson)

Das Leben ist keine Reise ins Grab mit dem Ziel, sicher und in einem gut erhaltenen Körper anzukommen. Es ist viel mehr das Abbiegen in viele  labyrinthartige Schotterwege, die zu Scherbenhaufen führen. In die Vollen gehen, absolut erschöpft ankommen und laut ausrufen: „Scheiße, das war BRILLIANT!“

Lebensberatungsbücher sind voll mit solchen Weisheiten, wieso fällt es aber so schwer, danach zu leben? Manchmal hilft es, einfach aus den regulären Bahnen auszubrechen, Abstand zu nehmen und sich treiben zu lassen. So findet man manchmal wieder zu den Dingen, die einem wirklich wichtig sind und die das Herz schneller schlagen lassen.
Einfach mal gehen lassen und darauf vertrauen, dass man in die richtige Richtung gelenkt wird. Das mag anfangs schwierig, manchen sogar als unmöglich erscheinen, aber wenn nicht jetzt, wann dann. Und die Tatsache, dass Du diesen Beitrag liest, zeigt ja schon, dass Du dir eine Veränderung wünschst. Das kann eine ganz kleine oder eine ganz große, Angst einflößende Veränderung sein, egal. Alles ist möglich. Man muss es nur machen. Was hat man letztendlich zu verlieren? Dass es keine finanzielle Sicherheit gibt, zeigt uns die momentane Wirtschaftskrise, die Millionen von Euro der Sparer auffrisst. Was hatte ich also davon, die letzten 10 Jahre in einem Job, den ich nicht mochte, viel Geld verdient zu haben, wenn jetzt der Wert der Aktien in den Keller rutscht und keiner weiß, was aus unserer Gemeinschaftswährung werden soll. Hätte ich nicht besser etwas gemacht, dass mich erfüllt und eben nicht so gut bezahlt wird?
Na ja, immerhin bin ich immer mal wieder ausgebrochen und in die Welt gezogen. Auch da wurde ich immer wieder von neidvollen Blicken beobachtet. Wie machst du das nur? Wie kannst du dir das nur leisten? Alles ganz einfach. Ich lebe bescheiden, und wenn man clever reist, kostet das auch nicht die Welt.

Und sicher ist es auch. Wer will einem schon etwas Böses? Diese Ausreden kommen immer nur von Leuten, die zu bequem dazu sind, ein Risiko einzugehen. Was kommt nach der Reise? Was, wenn etwas passiert? Bis jetzt ist mir noch nie etwas passiert und nach meinen Reisen habe ich immer wieder schnell Fuß gefasst. No risk, no fun!
Ich schreibe auch zurzeit ein E-Book zum Thema „Auszeit-ohne wenn und aber“, indem man alles nachlesen kann, was man für die perfekte Auszeit benötigt. Und es sei einmal vorweggenommen: Man braucht dazu kaum etwas.
Eigentlich wollte ich jedoch über etwas anderes schreiben heute.
Höre auf, krampfhaft danach zu suchen, was Du machen willst. Das treibt Dich in den Wahnsinn. Zu viele Ideen, zu viel googeln und zuviel Nachdenken führt zu Nichts außer zu einer Mega Blockade.
Die ersten paar Wochen meiner Arbeitslosigkeit habe ich mit Analysen und Recherchen verbracht. Was gibt es da draußen, was passt zu mir, was will ich machen und was kann ich?
Das hat mich nicht sehr viel weitergebracht. Danach war ich noch genauso verwirrt wie zuvor.
Was ich heute genau richtig finde, könnte morgen oder in ein paar Wochen bereits anders aussehen. Menschen verändern sich.
Ich habe mit der Zeit bemerkt, dass es mich weiterbringt, kleine Schritte zu gehen. Nicht nach der perfekten Karriere zu suchen.
Teilnehmen an Kursen, Freiwilligenarbeit, mit Freunden über ihre Karrieren reden, im Park spazieren gehen. Die besten Ideen und Geistesblitze kommen mir immer in der freien Natur, wenn ich überhaupt nicht über die Frage nachdenke. So war das auch bereits während meines Studiums. Einfach abschalten und an etwas anderes denken.

Setze kleine Ideen um und Du wirst sehen, wie sich daraus langsam eine mögliche Karriere abzeichnet. Probiere diese aus, hab keine Angst vor dem Scheitern.
Natürlich ist es ratsam in der Anfangsphase seinen Job zu behalten, bis die eigene kreierte Karriere Formen annimmt.
Ausprobieren ist hier das A und O. Hast Du eine Idee, von der Du denkst, Sie könnte erfolgreich sein und dich erfüllen, setze Sie um. Dass können kleine Dinge sein. Zum Beispiel das Schreiben eines Blogs oder Verkaufen deiner selbst gebackenen Muffins auf dem lokalen Markt. Oder melde dich zu einem Tanzkurs oder einem Sprachkurs an.
Ich bin sicher, es gibt etwas tief in dir, das Du gerne einmal ausprobieren möchtest. Denke nicht über die Konsequenzen nach. Mache es einfach und setze Dir ein Ziel.
So hatte ich mir vor 5 Tagen das Ziel gesetzt, einen Blog zum Thema Karrierewechsel und „außerhalb der Box“ denken zu beginnen. Ich habe mir dafür 30 Tage Zeit zugestanden, konnte es aber, sobald es entschieden war, gar nicht abwarten.
Mache die Dinge, die Dir Spaß machen, weil das die Dinge sind, in denen Du richtig gut sein wirst. Denke nicht nur an das Potenzial, das kommt von ganz alleine.
Durch Ausprobieren kommt man oft, und ich garantiere Dir das, an einem Ziel an, von dem man nie zu träumen gewagt hätte.
Die Ideen entwickeln sich unterwegs.

Wie kamen wir zu unserem „Karriere-Käfig“ und kann daraus ein „Freilandgehege“ werden?


Gestern bin ich mitten in der Nacht aufgewacht mit Höllenschmerzen im Nacken. Schmerzen, die dafür sorgten, dass ich meine Arme nicht mehr bewegen konnte. Es geht mir heute schon besser. Aber was mir die Erfahrung vor Augen geführt hat, war, dass das Leben jederzeit durch einen Schicksalsschlag durcheinandergebracht werden kann und dass man Dinge nicht vor sich herschieben sollte, so als würde man ewig leben.
Als ich so dalag und mich nicht bewegen konnte, wie ein Käfer der auf dem Rücken liegt und mit den Beinchen strampelt, gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf.
Eine Frage, die mir während der Stunden absoluter Angst durch den Kopf ging, war, wann wurden wir eigentlich dazu, was wir heute sind?
Wie kam es dazu, dass wir daran glauben, dass Vollzeitanstellung der einzig lebenswerte Weg ist?

Schließlich werden wir nicht so geboren, sondern werden dazu erzogen. Von der Grundschule zur Haupt- oder Realschule, zum Gymnasium oder zur Gesamtschule. Danach in eine Ausbildung, zur Bundeswehr oder Zivildienst oder zum Studieren. Wieso eigentlich wird jede Kreativität und Andersartigkeit vom System im Keim erstickt? Schüler, die sich bewusst gegen das Abitur und zur Ausbildung als Krankenschwester entscheiden, werden belächelt. Wieso ist das so? Ist es der Neid der Mitläufer? Derer, die gerne ihre Leben ändern würden, sich aber nicht dazu in der Lage fühlen, gegen den Strom zu schwimmen? Derer, die ihre Träume und Ideale vor langer Zeit begraben haben?

Die Frage hat mir keine Ruhe gelassen und so bin ich bei meiner Internetrecherche auf Seth Godin gestoßen.:

Nachzulesen unter: Seth Godin-Brainwashed -seven ways to reinvent yourself – www.sethgodin.com/sg/docs/brainwash.pdf)

Years ago, when you were about four years old, the system set out to persuade you of something that isn’t true.

Not just persuade, but drill, practice, reinforce and, yes, brainwash.

The mission: to teach you that you’re average; That compliant work is the best way to a reliable living; That creating average stuff for average people, again and again, is a safe and easy way to get what you want.

Step out of line and the system would nudge (or push) you back to the center. Show signs of real creativity, originality or even genius, and well-meaning parents, teachers and authority figures would eagerly line up to get you back in line.

Our culture needed compliant workers, people who would contribute without complaint, and we set out to create as many of them as we could.

And so generations of students turned into generations of cogs—factory workers in search of a sinecure. We were brainwashed into fitting in, and then discovered that the economy wanted people who stood out instead.

When exactly were we brainwashed into believing that the best way to earn a living is to have a job? I think each one of us needs to start with that.“

Er sagt außerdem:

“Is that it? Are you done? Is this the end of the road, the best it’s going to get, the beginning of the end?

Same job, but more work, less pay.

Same industry, but less growth, no challenges.

Same path, fewer options.

It’s entirely possible that you’ve trudged as far as you can go on this road, and that the slog is just going to be more of the same. Possible.

But I don’t believe it.

Why?

Because there’s more leverage, more degrees of freedom and more opportunity today than ever before—if you’re up for the choice.”

Je mehr ich mich in das Thema einlese, desto überraschter bin ich. Viele renommierte Autoren und Vordenker beschäftigen sich bereits seit Langem mit dem Thema der neuen Arbeitsformen.
Bis jetzt hat mich mein Umfeld immer glauben lassen, dass ich die Einzige bin, die nach etwas sucht, die mehr vom Leben will und die verdammt noch mal aus dem Karrierekäfig ausbrechen möchte ohne finanzielle Risiken.
Je länger ich die verschiedenen Verdienstmöglichkeiten recherchiere, desto klarer wird mir, dass es DIE Karriere nicht gibt. Wie soll das schließlich gehen? Soll ich tatsächlich heute die eine aufregende Karriere finden, die mich mein Leben lang glücklich machen wird? Das wäre genauso, als würde ich mir heute ein Sofa kaufen, das mir bis an mein Lebensende gefallen wird. Dies ist sehr unwahrscheinlich. Geschmäcker ändern sich genauso wie Vorlieben, Lebensstile und Interessen. Menschen entwickeln sich weiter, zum Glück!
Deshalb kann man, wenn man in „Freilandhaltung“ gehen möchte, nicht für 5 Jahre im Voraus planen. Der Anspruch, die EINE super Idee zu finden, setzt einen zu sehr unter Druck und führt dazu, dass man blockiert.
Die Kreativität wird gestört und man dreht sich im Kreis. Das Resultat ist, dass man das tut, was man immer getan hat. In meinem Umfeld gehören etwa 90% der Menschen in diese Kategorie. Die anderen 10% irren genauso wie ich umher, um die EINE Lösung zu finden.

Es geht eher darum, herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen und sich zu überlegen, was macht mir Freude, was mache ich gerne. Dann aber weiter in die Tiefe gehen. Wieso gefällt mir das? Wieso erfüllt mich das? Analysiere ich gerne Zahlen? Möchte ich also mit Zahlen arbeiten oder ist es die Analyse und das Finden der Begründungen, die mir Spaß machen. Nur weil mir Schauspielern Spaß macht, muss ich nicht unbedingt eine Schauspielerin werden. Was genau macht mir daran Spaß? Ist es, vom Publikum gefeiert zu werden oder einfach die Tatsache, dass ich mich gerne vor Zuschauern ausdrücke. Diese Vorlieben können dann auf etliche verschiedene Beschäftigungen übertragen werden. Vielleicht macht es mir zum Beispiel dann auch Spaß, vor einem Publikum eine Rede zu halten.
Man muss aufhören, in einer Box zu denken, flexibel verschiedene Möglichkeiten durchdenken und auch ausprobieren.
Es ist unwahrscheinlich, dass die erste Idee auch in fünf Jahren noch genauso aussehen wird wie heute. Diese wird sich über die Jahre anpassen und immer mehr an den eigenen Stärken orientieren. Die eigene Karriere, die zu einem passt selbst zu kreieren, ist ein Prozess, genauso wie es ein Prozess ist, die eigenen Leidenschaften zu entdecken und zu entwickeln.

Hat man einmal seine Stärken identifiziert, dann geht man dazu über, eine Geschäftsidee um diese Stärken herum, zu kreieren.
Man sollte mit Schritt eins beginnen und sich überlegen, welchen Lebensstil man haben möchte? Zuerst muss man klar vor Augen haben, wie man leben möchte. Möchte man in einem Büro arbeiten, so viel Zeit wie möglich von zu Hause aus arbeiten, in einem Park, in Cafés oder will man so flexibel sein, dass man von überall auf der ganzen Welt aus arbeiten kann?
Es ist ein schwieriger Weg, aus dem Käfig, der einem über die Jahre hinweg übergestülpt wurde, auszubrechen. Aber die vielen Menschen, die dies bereits gemacht haben, zeigen, dass es möglich ist.
Da denke ich zum Beispiel an die Geigenlehrerin, die über Skype von der ganzen Welt aus Geigenunterricht erteilt, oder der Berater, der seine Kunden vom Strand in Thailand aus berät. Der Investmentbanker, der heute ein glücklicher Masseur ist oder die Anwältin, die heute als Yogalehrerin arbeitet. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.
Der Unterschied zwischen den Menschen, die Ihr Leben selber bestimmen und zwischen denen, die es bestimmen lassen, ist simpel.

Die erste Gruppe hat die Entscheidung getroffen, Ihr Leben selber zu bestimmen.

Das ist der einzige Unterschied. Die erste Gruppe hat weder Superkräfte, noch ausgefallene Talente, noch sind die Menschen der ersten Gruppe intelligenter oder privilegierter.
Nein, sie haben sich lediglich entschieden.

Gedankenachterbahnen – von Life Coaching und Kündigungen


Als Entdeckungstour – könnte man den aktuellen Lebensabschnitt bezeichnen. Ausstrecken meiner Fühler in viele Richtungen, neue Gedankengänge  im Sekundentakt und anstrengende Gedankenachterbahnen.

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich nun bewusst mit dem Thema Karrierewechsel. Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich?

Fragen, deren Antworten, so sollte man meinen, einfach zu finden sind. Dem ist jedoch nicht so. Je länger man darüber nachdenkt, desto mehr kreisen die Gedanken in einer Endlosschleife.

Vor ein paar Tagen hat mich meine Neugierde, zu einem Seminar mit dem Titel „Grundlagen des Coaching“ gebracht.

Ich war erstaunt, wie viele Menschen es genauso geht wie mir. Feststecken irgendwo zwischen, wo man nicht mehr sein möchte und wo man einmal hin will.

Die interessanteste Frage während dem Seminar war die Frage nach dem größten Erfolg des letzten Monats. Während ich erstaunt war, dass kaum jemand darauf eine Antwort hatte, kam mir meine wie ein Gedankenblitz.

Aber bevor ich zu meiner Antwort komme, hier kurz die Antwort einer Seminarteilnehmerin, die mir echt Angst gemacht hat: „Ich hatte keine Erfolge letzten Monat, ich war in Urlaub.“ Die Feststellung, dass manche Menschen nur im Berufsleben Erfolge verzeichnen, hat mich milde ausgedrückt schockiert.

Meine Antwort hat die anderen Seminarteilnehmerinnen wohl genauso schockiert:

„Ich habe einen Job gekündigt, den ich nicht mochte.“

So unterschiedlich nehmen Menschen die Welt wahr.

Die Konsequenzen, die sich aus der Kündigung ergeben haben, kann ich erst langsam erkennen.

Die viele freie Zeit der letzten Wochen hat mir dabei geholfen, herauszufinden, was eigentlich immer mein Problem war. Viele Jobs, viel Erfolg, gutes Gehalt und dennoch bin ich immer wieder ausgebrochen, habe gekündigt um mich mal wieder frei zu fühlen. Dann habe ich mir meist eine Auszeit genommen und bin um die Welt gereist. Zwischendurch noch ein Fernstudium nebenbei erfolgreich abgeschlossen, in der Hoffnung, dass sich dadurch etwas ändern würde.

Langsam wird mir klar, wieso. Es ist nicht die Arbeit an sich, auch nicht die Jobs, die ich gemacht habe. Es waren eben immer nur Jobs.

Meine Arbeit habe ich immer als Zeitabschnittsbeschäftigung gesehen, aber nie als das, was ich für den Rest meines Lebens machen werde.

Auf den Grund hinter dem Dilemma bin ich durch viel Kopfweh hervorrufendes Nachdenken und Recherche im Internet gestoßen. Wo ich interessanten Lebensgeschichten begegnet bin und mich in der ein oder anderen wiedererkannt habe.

Ich muss frei sein und kann nicht in einem Bürokäfig eingesperrt sein.

Der Büroalltag von 9-17 Uhr und das Gefangensein konnte ich weniger gut ertragen als andere. Ich sehe keinen Sinn darin, nur für das Wochenende zu leben und für jede Kleinigkeit meinen Arbeitgeber anbetteln zu müssen. Selbst ein Arztbesuch muss lange im Voraus geplant werden.

Ich will endlich flexibel sein und mit Dingen mein Geld verdienen, die meiner Persönlichkeit entsprechen. Gleichzeitig will ich hart arbeiten.

Ich glaube daran, dass dies möglich ist. Dass dies für jeden möglich ist.

Endlich schüttele ich alle Pessimisten ab, die mich die letzten Jahre belächelt haben und mich immer wieder in das Hamsterrad oder in den goldenen Käfig gedrängt haben. Damit ist nun Schluss.

Auf meinem Weg in die Freiheit. Auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben nehme ich euch mit.

Das hört sich jetzt wieder furchtbar spirituell an. Wenn ich aber eins nicht bin, dann ist es spirituell. Für mich existieren Fakten und greifbare Tatsachen. Mit Hokuspokus kann ich nichts anfangen.

Schon in der Schule bin ich gegen den Strom geschwommen, immer wurde ich dafür von meinen Lehrern wenig geliebt. Mein Durchsetzungsvermögen und meine Träume hatte ich in den letzten sechs Jahren aus den Augen verloren.  Aber das war wohl die Zeit, die ich gebraucht habe, um dahin zu gelangen, wo ich jetzt bin. Jetzt sehe ich mein Leben, wie es in zwei Jahren sein soll so klar wie noch nie.

Ach ja, wo gerade die Rede von Träumen ist.

Aufgrund meiner fehlenden Spiritualität habe ich einem immer wiederkehrenden Traum kaum Beachtung geschenkt. Schon seit Jahren habe ich immer wieder geträumt, ich könne fliegen.

Das Gefühl, das ich bei diesen Träumen hatte, kann ich noch ganz genau nachempfinden. Seitdem ich die Entscheidung getroffen habe, mein Leben in die eigenen Hände zu nehmen, hat der Traum mich leider verlassen. Aber jetzt fängt dieser langsam an, Sinn zu machen. Ganz ohne Traumdeuterei. Das zeigt mir mal wieder, alles zu seiner Zeit!

Kurz noch einen Absatz zum Ende des Seminars. Jeder musste dabei zwei Dinge über die anderen Teilnehmern sagen, die einen beeindruckt haben. Das Feedback zu meiner Person war durchweg, dass ich durch meine Unbekümmertheit, meinen Mut und meinen Enthusiasmus beeindruckt habe. Dass eine Kündigung von anderen Menschen mit so hohen Risiken bewertet wird, war mir vorher nicht klar.

Meiner Meinung nach ist es viel mutiger, sein Leben lang in einem Job zu bleiben, der einen unglücklich macht. Schließlich riskiert man damit seine Gesundheit. Ich habe letztendlich nur meine angebliche finanzielle Sicherheit verloren.

Ich bin überzeugt, dass jeder die Antworten mit sich herumträgt. Man muss sich nur die Zeit nehmen, hinzuhören.

So, genug erstmal, beim nächsten Mal mehr.